Ein leben ohne Loriot ist möglich, aber sinnlos

Ich hab mal was anderes gefilzt als immer nur Vögel. Einen … Hund oder sowas ähnliches, einen Mops. Einfach so, weil ich es mir eingebildet habe und weil ich wissen wollte ob ich es kann – kann ich hat sich herausgestellt! Damit die Mopsproportionen auch wirklich stimmen habe ich mir extra ein Bild vom Mopsskelett ausgedruckt (das Internet findet alles) und mit Draht – der Mops wird nämlich anders als all die Vögel von einem Drahtinnengerüst getragen – mühsam nachgeformt. Um die passende Mopsfellfarbe hinzubekommen stand ich eine gefühlte ewigkeit im örtlichen ‚Filzwollefachgeschäft‘ und habe Mopsfarbschattierungen gezupft, vermischt und wieder neu gezupft … Das Ergebnis kann sich sehen lassen finde ich. Vor allem für einen ersten Gehversuch in die Welt der ‚Tiere mit Füßen und ohne Federn‘.

Und weil es bei diesem Thema nicht Ohne geht, zum Abschluss noch ein Loriotzitat:

Möpse sind mit Hunden nicht zu vergleichen. Sie vereinigen die Vorzüge von Kindern, Katzen, Fröschen und Mäusen.

Loriot

Alt-Goldgrün

Sagt mal, wie geht’s eigentlich euren Neujahrsvorsätzen?
Jetzt mal ganz ehrlich?
Gibt’s noch Welche, oder habt ihr schon Alle begraben? Meinen Vorsatz gibts‘ noch! Ich hatte mir für 2020 vorgenommen (nach 2009 und 2014 mal wieder) ‚Jeden Tag‘ zu zeichnen. ‚Jeden Tag‘ deshalb weil alles andere keinen Sinn macht.

Das Schöne an solchen Aktionen finde ich, ist, dass die Inspiration, – und auch die Motivation nach ner gewissen Durststrecke ganz von selbst kommt. Anfangs war die Angst vor dem leeren Blatt Papier noch recht groß, aber inzwischen lassen die Ideen kaum mehr auf sich warten. Besonders viel Spaß macht es mir zu Zeit mit Farbe zu experimentieren. Aquarellfarben zwar sehr toll, aber mir momentan irgendwie zu … blass. Also bin ich mal wieder bei Tusche und Tinte gelandet.

Mein persönlicher Farbfavorit ist – Achtung Schleichwerbung – ‚Alt-Goldgrün‘ von Rohrer & Klinger. Eigentlich eine Schreibtinte, die von mir aber völlig unsachgemäß zum Zeichnen und Lasieren verwendet wird. Die farbliche Bandbreite dieser Tinte ist unglaublich faszinierend und begeistert mich immer wieder aufs Neue.

Aber schaut am besten selbst. Schön, oder?

Noch mehr Blumen im Regal

Ich hab nochmal Blumen im Bücherregal versteckt. Zum einen weil ich das für ne nette Idee halte und außerdem weil es an echten Blumen in der Wohnung immer noch etwas mangelt. Inspiriert wurde ich dieses mal vom Storchenschnabel und zwar von einer ganz bestimmten Hybridzüchtung mit dem Sortennamen ‚Rozeanne‘. Wunderschön und unendlich ausdauernd in der Blüte.

Leider ist die Raufasertapete kein wirklich guter Untergrund für filigrane Zeichnungen und Aquarellbilder. Deshalb ist das jetzt eine eher expressionistische Storchenschnabelstaude geworden, die aber doch auch ihren ganz eigenen Reiz hat…

Die Welt in der Nussschale

Schon wieder was Nadelgefilztes. Die Technik lässt mich nicht mehr los. Die Möglichkeiten sind ja auch endlos! Heute möchte ich euch mal was wirklich Winziges zeigen. Eine Landschaft in der Walnusschale:

Mit etwas Geduld, einer ruhigen Hand und einer guten Lesebrille lässt sich in so einer Nusschale eine gute Portion Fernweh unterbringen. Zugegeben, manchmal braucht es vielleicht etwas Phantasie und guten Willen um das Motiv wirklich zu erkennen … aber ich finds witzig und werde sicher noch mehr davon machen, versprochen.

12tel Blick – Dezember 2019

Das Dezemberfoto musste ich schon etwas früher aufnehmen, da ich nach Weihnachten nicht mehr an die Stelle am Schleißheimer Schlosskanal kam. Und weil es ja irgendwie nicht anders geht ist mir dabei auch ein dummer Fehler passiert und ich habe, ganz dusselig und verstrahlt, einen falschen Bildausschnitt gewählt.

Dezember

Wer genau hinschaut wird bemerken dass die Vergrößerung und die Perspektive nicht ganz passen. Zum Glück ist es aber noch naht genug an den anderen Bildern dass ich mich traue es einfach mit reinzuschmuggeln. Bitte nicht weiter erzählen. Psst!
Viel spannender finde ich dass dass im Vergleich zischen November- und Dezemberbild nochmal einiges an Laubverlust und fortschreiten der Winterruhe zu erkennen ist, dass die Bäume plötzlich völlig kahl sind und das Schilf nun völlig braun ist. Was ein paar Wochen da doch noch ausmachen können:

Für nnächstes Jahr habe ich noch keine Idee welches Motiv ich wählen möchte und könnte. Ich bin gespannt was mir im Januar so über den Weg laufen wird, lasst euch überraschen. Bis dahin schaut doch einfach mal bei Eva von verfuchstundzugenäht vorbei!

all the birds in the sky IX

So, what’s with all the birds? And the sky?
Don’t know about the sky, but I can tell you about the birds….

Like so many great ideas it started as a passing remark.
Some time ago (over a year) at a birthday party there was this felted long-tailed tit (a present for someone else) and a friend upon seeing it says something like:

„This is great! Would you mind doing a blue tit for me?“

And without thinking my response was:

„You know what, I make you a whole mobile!“

Well, here we are:

What do you think?

Ein Heim für Pilze

Seit dem Frühjahr liegt hier der Stamm einer großen Pappel. Der Baum war krank und musste gefällt werden. Da das Holz aber noch ‚pfenningguat‘ war blieb es liegen, Brennholz sollte irgendann mal daraus werden.
Wurde es zum Teil auch. Aber ein großer Teil liegt immer noch hier und löst sich so langsam auf. Für mich ist das sehr spannend. (Ist nicht mein Brennholz) zu beobachten wie sich das Holz im Laufe des Jahres verändert. – Ist ja nicht mein Brennholz. Jetzt im Spätherbst, also vor ein paar Wochen, waren die Zeichen des Verfalls sehr deutlich zu sehen:

Was hier so schön wächst ist: Pholiota populnea – Pappelschüppling (die großen pilzförmigen Pilze), Daedaleopsis confragosa – rötende Tramete oder rötender Blätterwirrling (der Baumpilz-Pilz) und Chondrostereum purpureum – Violetter Knorpelschichtpilz (das lila Zeugs). Alle Drei sind Erreger der Weißfäule, das ist eine Fäule die das Lignin im Holz abbaut. Lignin ist das Stützmaterial der Bäume und Sträucher. Übrig bleibt nur die weißliche, fasrige Cellulose.
(Im Gegenzug gibt es auch die Braunfäule die die Cellulose abbaut und braunes, würfelig-brüchiges Holz zurück lässt.)

Ob der Stamm den Kollegen jetzt noch als Brennholz viel wert ist wage ich zu bezweifeln. Für mich als Beobachtungsobjekt war er aber sehr spannend und allein deshalb bin ich ihnen dankbar für ihre ‚ja-nichts-verkommen-lassen‘ – Mentalität!